» » » Die Pharisäer Ein Beitrag zum leichern Verstehen der Evangelien und zur Selbstprüfung

Die Pharisäer Ein Beitrag zum leichern Verstehen der Evangelien und zur Selbstprüfung

Die Pharisäer
Ein Beitrag zum leichern Verstehen der Evangelien und zur Selbstprüfung
Category: Pharisees
Title: Die Pharisäer Ein Beitrag zum leichern Verstehen der Evangelien und zur Selbstprüfung
Release Date: 2018-07-15
Type book: Text
Copyright Status: Public domain in the USA.
Date added: 27 March 2019
Count views: 30
Read book
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 21

Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1824 erschienenenBuchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben.Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert.Rechtschreibvarianten wurden nicht vereinheitlicht; ungewöhliche undaltertümliche Wortformen wurden unverändert übernommen, sofern dieVerständlichkeit des Textes dadurch nicht berührt wird.

Umlaute in Großbuchstaben (Ä und Ö) werden in ihrerUmschreibung wiedergegeben (Ae und Oe). Die Verwendung des ‚scharfens‘ (ß) wurde nicht vereinheitlicht und entspricht auch nicht in allenBelangen den heutigen Rechtschreibregeln.

Die im Verzeichnis der Druckfehler erwähnten Korrekturenwurden bereits in den Text eingearbeitet.

Abhängig von der im jeweiligen Lesegerätinstallierten Schriftart können die im Original gesperrt gedrucktenPassagen gesperrt, in serifenloser Schrift, oder aber sowohl serifenlosals auch gesperrt erscheinen.

Die
Pharisäer.


Ein Beitrag

zum

leichtern Verstehen der Evangelien undzur Selbstprüfung

von

MichaelWirth,

K. B. Professor am Lyceum zu Regensburg.



Ulm, 1824.

In der Stettin’schen Buchhandlung.

Ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist, als die derSchriftgelehrten und Pharisäer, so könnet ihr nicht eingehen in dasHimmelreich.

Matth. V, 20.

[III]

Vorrede.

Schatten erhöhet die Wirkung des Lichtes. Unser verherrlichter Erlöserstrahlt uns noch unendlich milder und menschenfreundlicher aus denEvangelien entgegen, wenn wir ihn den düstern Schatten des Reiches derFinsterniß gegenüberstellen.

Diese Schatten, welche die Glorie unseres Herrn erhöhen, sind diePharisäer. In ihnen wird aber auch uns ein zurückschreckendesBild aufgestellt, welches vor Heuchelei, die in GottesAugen ein Greuel ist, kräftig warnt.

[IV]

Lassen wir uns von Christus erleuchten und beleben, von denPharisäern Abscheu vor Heuchelei einflößen, dann singen GottesBoten wieder: „Ehre sei Gott in der Höhe, Frieden auf Erden!“

Dieß ist der hohe Zweck, zu dessen Erreichung der Verfasservorliegender Schrift sein Scherflein beitragen möchte.

In einer Zeit, in welcher Selbstsucht, Eigennutz, Falschheit, Tücke,Frömmelei mehr als je zum tiefsten Schmerz und Schrecken der Freundethatenreicher Religiosität kühn ihr Haupt erheben, thut es wahrlichnoth, darauf aufmerksam zu machen, daß[1] „die Menschen auf dassehen, was in die Augen fällt, daß aber der Herr dasHerz ansieht.“

[V]

Geschichte belehret am besten, und beleidiget am wenigsten,besonders heilige Geschichte. Darum machte der Verfasser essich zur Aufgabe, nur die Gesinnungen, Lehren undThaten der Pharisäer nach seinen Kräften deutlichdarzustellen, ohne alle Rück- und Seitenblicke, welche anstößig werdenkönnten.

Sollten deß ungeachtet dem Verfasser hämische Absichten angedichtetoder gar aufgezwungen werden, so ist seine einzige Waffe gegen solcheZumuthungen — sein Bewußtsein vor Gott, daß er keinen Stand undkeine Person ansah, sondern nur auf Belehrung und Besserung jedesEinzelnen Bedürftigen bedacht war.

Einzig aus dieser Absicht muß man es erklären, wenn hie und da einestarke Sprache geführt, oder[VI] an Satyre streifende Züge angebrachtwerden. Alles sollte angewendet werden, was die Heuchelei in ihrerganzen Abscheulichkeit darstellen konnte.

Gelehrter Prunk von Citaten, zu denen es an Gelegenheit nicht fehlte,wurde vorsätzlich vermieden, weil dem Kenner die Quellen nichtverborgen sind, aus denen geschöpft wird, und weil dem Nichtkenner, deres unschuldig sein kann, nichts damit geholfen ist. Wahrheitsliebe warmein Leitstern; absichtlich trat ich nicht aus der geraden Bahn.

Der, welcher der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, gebe seinen Segenzu der schwachen Bemühung

des Verfassers.

Den 29. Nov. 1823.

[VII]

Inhalt.

 
Seite
Vorrede
III
Einleitung
1
I. Johannes, der Täufer, den Pharisäern gegenüber
27
II. Nathanael
35
III. Jesus stellt pharisäischen Unfug im Tempel ab
37
IV. Gespräch mit einem Pharisäer besserer Art
40
V. Jesus in der Synagoge zu Nazareth
46
VI. Die Bergpredigt
49
VII. Die Heilung des Schlagflüßigen
71
VIII. Die Berufung des Matthäus; Beantwortung von zwei Fragen
74
IX. Ueber Heiligung und Entweihung des Sabbates
83
X. Jesus, Simon, der Pharisäer, und die Sünderin
94
XI. Heilung eines Besessenen, der blind und stumm war. Urteil der Pharisäer. Antwort Jesu
98
XII. Ueber die Lehre von gesetzlichen Reinigungen
102
XIII. Jesus auf dem Laubhüttenfeste zu Jerusalem
111
XIV. Die Pharisäer und die Ehebrecherin vor Jesus
129
XV. Die Pharisäer untersuchen gerichtlich die wunderbare Heilung des Blindgebornen
134
[VIII] XVI. Beantwortung der Frage eines Schriftgelehrten über die Liebe
150
XVII. Ueber Heuchelei im Urtheilen
154
XVIII. Verhalten der Pharisäer vor, bei und nach dem Einzuge Jesu zu Jerusalem
157
XIX. Letzte Rede Jesu gegen die Lehre und gegen das Leben der Pharisäer
184
XX. Jesus wird von den Pharisäern an das Kreuz gebracht
210

S. 1

Einleitung.

Das Himmelreich ist gleich einem Sauerteige, welchen ein Weib nahmund in drei Schäffel Mehl verbarg, bis es ganz durchsäuert war.(Matth. XIII. 33.)

Vor Allem hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer, das ist, vorHeuchelei. (Luc. XII. 1.)

Also das Evangelium wirket wie ein Sauerteig, und dieHeuchelei wirket wie ein Sauerteig! Zwei so verschiedene Dingeunter Einem Bilde; und doch so natürlich! DasS. 2 Evangelium ist von Gottdazu bestimmt, die ganze Menschheit und jeden einzelnen Menschen zudurchdringen zur Sinnesänderung und Heiligung, wie der Sauerteig dieganze Masse durchwirket. Wer dem Evangelium kein Gehör giebt, in dembringen die verderblichen Lehren des Weltgeistes in umgekehrter Ordnungdieselbe Wirkung hervor. Alle Theile des geistigen Lebens werden vomsündhaften Sauerteige erfüllt und verdorben. Dazu ist nichts mehrgeeignet, als Heuchelei. Mit Recht bezeichnet daher Jesus dieLehren und Thaten derselben als das wahre Anti-Evangelium, indem erfür beide dasselbe Bild beibehält, aber einmal die Licht- und danndie Nachtseite desselben zeigt. Sollte sein Zeugniß uns nichtaufmerksam machen, daß wir uns in Acht nehmen vor den Besuchen einesso gefährlichen Gastes, der anfangs nur einenS. 3 kleinen Winkel imHause sich erbittet, bald aber die ganze Wohnung verpestet? Oder wenner unser Herz bereits in Besitz genommen hat, sollten wir uns nichtbeeilen, ihn so schnell als möglich zu vertreiben, und die Wohnungwieder zu reinigen?

Da bedürfen wir aber vor Allem einer eben so tiefen, als genauenKenntniß der Heuchelei. Wir müßen zuerst das Wesen und denGrundcharakter derselben zu erfassen suchen; dann kann einegenaue Beschreibung ihrer Gestalt, ihrer Mienen, Gebehrden,Reden, Thaten, Wendungen und Krümmungen uns in den Stand setzen, dieleisesten Spuren dieses Krebsschadens des Christenthums zu entdecken,zu verfolgen und zu vertilgen.

Woher sollen wir diese Einsicht in das Wesen der HeucheleiS. 4 nehmen?Der Geist des göttlichen Wortes wird uns auch hier auf demsichersten und kürzesten Wege zum erwünschten Ziele leiten. Folgen wirmit Demuth und Vertrauen diesem besten Führer!


In der heiligen Schrift wird Gott überall

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 21
Comments (0)
Free online library ideabooks.net