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China und Japan Erlebnisse, Studien, Beobachtungen

China und Japan
Erlebnisse, Studien, Beobachtungen
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Title: China und Japan Erlebnisse, Studien, Beobachtungen
Release Date: 2019-01-13
Type book: Text
Copyright Status: Public domain in the USA.
Date added: 27 March 2019
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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1900 erschienenenBuchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben.Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnlicheund altertümliche Schreibweisen bleiben gegenüber dem Originalunverändert; fremdsprachliche Zitate wurden nicht korrigiert. Umlautein Großbuchstaben wurden in ihrer Umschreibung dargestellt (Ae, Oe undUe). Fußnoten wurden an das Ende des jeweiligen Kapitels verschoben.

Ausdrücke in chinesischer und japanischer Sprache wurdenin einer Transliteration in lateinischer Schrift wiedergegeben.Diese Übertraung wurde vom Verfasser nicht immer konsistentdurchgeführt, dennoch wurden abweichende Schreibweisen wie im Originalbeibehalten.

In der Buchversion wurde für den Begriff ‚et cetera‘die tironische Note für ‚et‘ verwendet, welche allerdings mit vielenSchriftarten nicht dargestellt werden kann. Aus diesem Grund wurdein der elektronischen Version von der Abkürzung ‚etc.‘ Gebrauchgemacht.

Einige Seitenzahlen des Inhaltsverzeichnisses wurdenvom Bearbeiter richtiggestellt. In mehreren Bildunterschriften findensich Angaben zur natürlichen Größe der abgebildeten Gegenstände. Diesebeziehen sich ausschließlich auf die gedruckte Originalversion, daBildgrößen auf unterschiedlichen Wiedergabegeräten zum Teil starkvariieren können. Fußnoten wurden an das Ende des jeweiligen Kapitelsverschoben.

Passagen in Antiquaschriftwerden im vorliegenden Text kursiv dargestellt. Abhängig von der im jeweiligen Lesegerätinstallierten Schriftart können die im Original gesperrtgedruckten Passagen gesperrt, in serifenloser Schrift, oder aber sowohlserifenlos als auch gesperrt erscheinen.

China und Japan.

China und Japan

Erlebnisse, Studien, Beobachtungen

von

Ernst v. Hesse-Wartegg.

Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage.

Mit 61 Vollbildern, 212 in denText gedruckten Abbildungen undeiner Generalkarte von Ostasien.

Verlagsbuchhandlung von J. J. Weberin Leipzig. 1900.

Alle Rechte vorbehalten.


[S. v]

Vorwort zur erstenAuflage.

Ein Buch, das „China und Japan” betitelt ist, bedarf eigentlich keinesVorwortes. Der Titel allein besagt, daß es sich um eine wenig bekannte,in jeder Hinsicht eigenartige Welt handelt, die erst in neuester Zeitder Allgemeinheit erschlossen werden soll. Je mehr man von ihr erfährt,in desto höherem Maße interessiert man sich für sie, mit desto größererAufmerksamkeit wird jedes neue Buch darüber gelesen.

Leider ist die deutsche Litteratur in Bezug auf die beiden großenReiche Ostasiens keineswegs reich zu nennen. Sie besitzt darüberbedeutende umfangreiche Quellenwerke, aber der Preis derselben oderdie Art der Darstellung ist nicht für die Allgemeinheit geschaffen.Auch sind in den letzten Jahrzehnten eine Anzahl Reisewerke erschienen,mit der Schilderung persönlicher Erlebnisse und Einzelheiten, dienur beschränkte Kreise zu befriedigen vermögen; an leicht faßlichen,charakteristischen Darstellungen der ostasiatischen Monarchien mitihren Städten und Naturwundern, ihren Bewohnern und deren Kultur fehltes aber, und doch werden solche Bücher von den Gebildeten aller Ständegerade jetzt gesucht, wo sich die Beziehungen mit Ostasien injeder Hinsicht immer inniger gestalten. Mehr als je zuvor hegt man denWunsch, die Wahrheit zu erfahren über das Wesen der ostasiatischenKultur und über die Gefahren, mit welcher das ostasiatische Gespenstnach der Meinung vieler unsere christliche Welt bedrohen soll.

„Völker Europas, hütet eure heiligsten Güter!” So lautet der Mahnruf,der vor kurzer Zeit von höchster Seite erlassen wurde, und die VölkerEuropas suchen die Begründung dieses Mahnrufs in dem Erwachen undErstarken der Völker Ostasiens.

Wird die Erschließung von China und Japan dem europäischen Handel, derIndustrie, dem allgemeinen Wohlstand Vorteile bringen, oder wird sieeinen schrecklichen Wettbewerb zur Folge haben, verderbenbringend fürunsere christliche Welt?

[S. vi]

Mit diesen Fragen vor Augen habe ich auf meiner jüngsten Reiseum die Welt in den Monarchien Ostasiens länger als beabsichtigtverweilt und zu ihrer Beantwortung nach Material gesucht. Ich gebein dem vorliegenden Werke nicht nur meine eigenen Erfahrungenund Anschauungen, sondern faßte auch jene zahlreicher andererPersönlichkeiten zusammen, die seit vielen Jahren in denverschiedensten Berufszweigen in Ostasien thätig sind, aber nicht dieZeit, den Wunsch oder das Vermögen haben, ihre reichen Erfahrungen ineinheitlichen, abgerundeten Darstellungen zu Papier zu bringen. Früheregroße Weltreisen und ihre Schilderung haben mir vielleicht zu größererFertigkeit, geübterem, schärferem Blick für das verholfen, was demeuropäischen Leser von besonderem Interesse ist. Nur wer die Kulturanderer Länder und Weltteile kennen und aus sich selbst herauszugehengelernt hat, kann überall den richtigen Maßstab anlegen. Anderewerden gewöhnlich einseitig nach der von ihrer Jugend an gewöhntenElle messen, vieles minderwertig, verzwickt und verrückt halten, wasnicht nach dieser heimatlichen Elle paßt. Und weil die Kultur derOstasiaten von der unsrigen so sehr abweicht und so selten einsichtige,unabhängige Schilderer fand, ist der Begriff „Chinesisch” bei uns zurlandläufigen Bezeichnung für alles Groteske geworden. Daher kommt auchdas allgemeine Aufsehen, um nicht zu sagen Erschrecken, als in neuesterZeit solch unabhängige Schilderungen über die wahre Kultur, den wahrenCharakter, das wahre Können der Ostasiaten erschienen sind.

Gestützt auf das in Ostasien gesammelte Material habe ich in denletzten zwei Jahren manche der nachstehenden Kapitel in verschiedenengroßen Zeitschriften veröffentlicht, und die Thatsache, daß dieseArbeiten von zahlreichen, mitunter von Hunderten anderer BlätterDeutschlands nachgedruckt und in fremde Sprachen übersetzt worden sind,liefert den Beweis, daß sie gerade das enthalten, was man in Europa zuerfahren wünscht. Dieser Erfolg hat mich ermutigt, den eingeschlagenenWeg weiter zu verfolgen und China und Japan in allgemein faßlichencharakteristischen Darstellungen zu schildern, soweit es dem Einzelnenüberhaupt möglich ist. Das Ergebnis ist das vorliegende Buch.

1897.

Ernst v. Hesse-Wartegg.

[S. vii]

Vorwort zur zweitenAuflage.

Mehr noch als im Jahre des Erscheinens der ersten Auflage hat das inden vorstehenden Zeilen Gesagte seine Richtigkeit. Ostasien tritt immermehr in den Vordergrund der allgemeinen Aufmerksamkeit, immer mehrkommt man in Europa zur Erkenntnis der gegenwärtigen Bedeutung derostasiatischen Reiche, die sich noch mit jedem Jahre steigern wird.Das große China wird endlich aus seiner mehrtausendjährigen Erstarrungaufgerüttelt und der Erschließung durch Europa entgegengeführt; Japanhat einen weiteren Schritt vorwärts gethan in seiner hochinteressantenUmwandlung zu einem modernen Reich mit abendländischer Kultur und drohtein gefahrvoller Rivale auf den ostasiatischen Märkten zu werden;Rußland tritt durch die Besiedelung Ostsibiriens und den Bau dertranssibirischen Eisenbahn als neue gebietende Macht in Ostasien auf;das alte ohnmächtige Korea wird wie ein Spielball zwischen den dreiGroßmächten umhergeworfen. Durch diese Umwälzungen im fernen Ostenwerden auch die Beziehungen Europas mit jenen Ländern in andere Bahnengelenkt, der europäischen Industrie werden neue, trotz des japanischenWettbewerbs sich immer mehr erweiternde Absatzgebiete erschlossen,dem europäischen Handel wie dem Touristenverkehr winkt ein gewaltigerAufschwung in naher Zeit.

Ueberzeugt von der Wichtigkeit des chinesischen Marktes und von demRingen unter den Industriestaaten des Erdballs, das in Bälde umdiesen Markt platzgreifen wird, habe ich seit Jahren getrachtet,die Aufmerksamkeit aller Kreise im Deutschen Reich durch zahlreicheAufsätze und öffentliche Vorträge auf Ostasien zu lenken und einkräftiges Eintreten zur Wahrung der großen und berechtigten deutschenInteressen dort herbeizuführen. Dieses Streben ist auch an vielenStellen der ersten Auflage des vorliegenden Werkes zum Ausdruckgebracht worden, mit gleichzeitiger Betonung der Wichtigkeiteines eigenen deutschen Hafens in China und der Absendung eigenerHandelsexpeditionen zum Studium der Märkte.

[S. viii]

Früher als allgemein erwartet wurde, sind diese Wünsche zur Erfüllunggekommen. Deutschland hat sich eine Eingangspforte in das chinesischeReich, einen Stützpunkt für die Entwickelung seiner kommerziellen undpolitischen Interessen in Ostasien geschaffen, mit einem Hafen, aufwelchen ich bereits in der ersten Auflage dieses Werkes, lange vor derBesitzergreifung, hingewiesen habe.

Um diesen Hafen und sein Hinterland näher kennen zu lernen und zuschildern, unternahm ich unmittelbar nach der Besetzung Kiautschouseine neue Reise in das deutsche Gebiet und von dort kreuz und querdurch Schantung und die angrenzenden Provinzen nach Peking. DieErgebnisse dieser Reise, welche ursprünglich in dem 1900 erschienenenWerke „Schantung und Deutsch-China” (Leipzig, J. J. Webers Verlag,Preis 14 Mark) niedergelegt wurden, sind kurz zusammengefaßt mit indie vorliegende Auflage aufgenommen und bis auf die Gegenwart ergänztworden. Aber auch sonst hat das vorliegende Werk vielfache Aenderungenund Ergänzungen erfahren, wie schon aus der Vermehrung des Inhaltsum hundert Textseiten, 17 Vollbilder und 90 in den Text gedrucktenAbbildungen hervorgeht.

Während der genannten Reise von 1898, sowie auf einer darauffolgenden,im Jahre 1900 unternommenen Reise war ich überall bedacht, allesWissenswerte über das hochinteressante Leben, Thun und Treiben derBevölkerung, über die Regierung, Kaufleute und Industrielle zuerfahren, Handel und Gewerbe, Landwirtschaft, Bergbau, Landesprodukte,sowie auch die landschaftlichen Schönheiten und kulturellenMerkwürdigkeiten der geschilderten Länder im touristischen Sinnekennen zu lernen, so daß ich hoffe, daß „China und Japan” auch in dervorliegenden Auflage zur allgemeinen Belehrung und Unterhaltung, demGeschäftsmann zum Nutzen, dem Touristen zur Führung dienen wird.

1900.

Ernst v. Hesse-Wartegg.

[S. ix]

Inhaltsverzeichnis.

Erster Teil: China.

 
Seite
Hongkong
3
Macao
14
Auf dem Perlfluß
21
Canton
30
Die sibirische Beulenpest
41
Gerichtspflege
47
Spaziergänge in chinesischen Arbeitervierteln
58
Wie die chinesischen Jungen das ABC lernen
69
Meine erste chinesische Mahlzeit
78
Speisen und Getränke der Chinesen
87
Shanghai
94
Europäische Republiken in China
102
Chinesische Seide und ihre Metropole
106
Leben, Trachten und Sitten der chinesischen Frauen
115
Der Haarzopf der Chinesen
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