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Streifzüge im Süden: Reiseskizzen aus Italien und Tunis

Streifzüge im Süden: Reiseskizzen aus Italien und Tunis
Author: Freund Erich
Title: Streifzüge im Süden: Reiseskizzen aus Italien und Tunis
Release Date: 2018-06-17
Type book: Text
Copyright Status: Public domain in the USA.
Date added: 27 March 2019
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Cover

Erich Freund.

Dekoration

Streifzüge im Süden.

Dekoration

Streifzüge im Süden.

Reiseskizzen aus Italien und Tunis.

Von

Erich Freund.

Signet

Breslau.
Schlesische Buchdruckerei, Kunst- und Verlags-Anstalt
v. S. Schottlaender.

Leipzig: E. F. Steinacker.
New-York: Gustav E. Stechert.
1897.


Meinem Onkel J.


[7]

Inhalt.

Seite.
Die Bighe-Rennen zu Padua 9
In den euganeeischen Hügeln 21
Venetianische Feste 37
Römische Momentbilder 53
Napoli in festa 69
Wie man in Neapel fährt 85
Vom Eiland des Tiberius 101
Ein Ausflug nach Tunis 121
I. Von Neapel bis Tunis 121
II. Stadt und Bevölkerung 138
III. Tunesische Vergnügungslocale 153
IV. Vom tunesischen Judenthum 168

[9]

Die Bighe-Rennen zu Padua.

Der prato del valle. – Die Renngefährte undihre Lenker. – Dante als Sieger im Wettstreit.– Wie man in Padua am Totalisatorspielt.

Zum Glück für den Reisenden, derin der Fremde nicht das Internationale,sondern das Nationale zu studiren sucht,haben sich hie und da in der italienischenProvinz einige Gelegenheiten erhalten,bei denen sich der specifisch italienischeSportssinn ohne importirte Muster offenbart.Unter diesen Localrennen vielleichtdie interessantesten sind die volksthümlichencorse delle bighe, die Bighe-Kämpfein der alten UniversitätsstadtPadua. Ueber den historischen Ursprungder sich seit Jahrhunderten alljährlich imJuli abspielenden Rennen ist Genauesnicht zu erfahren. Die Einen datiren sie[10]bis in's 13. Jahrhundert als eine ArtJubelfeier für die Befreiung der Stadtvon dem blutigen Tyrannen Ezzelino,die Anderen gar bis in's römische Alterthumzurück. Wie dem auch sei, derTag der Bighe ist dem Paduaner derhöchste weltliche Festtag, der dem geistlichenRivalen vom 13. Juni mindestens gleichkommt,allwo die Gläubigen den SchutzpatronPaduas, den hl. Antonius, beidem Herr Schwerdtlein Goethe'schen Andenkensbegraben liegt, mit Hymnen undProcessionen feiern.

Am Renntage ergießt sich einewahre Menschenfluth nach dem Südender Stadt. Dort an der Grenze gegenBassanello, Paduas lieblichem Bierdörfchenam Bachiglione, breitet sich derpriveligirte Ort für alle Volksbelustigungenaus, piazza Vittorio Emanuele officiell,prato del valle im Volksmunde benannt.Ein gewaltiger Platz von kolossalenDimensionen! Viereckig in der Anlage,wird er zumeist von Privathäusernflankirt. Nur an der Südostecke erhebtsich die majestätische Kuppelkirche vonSt. Giustina und, eng an sie geschmiegt[11]die große Kaserne der hier garnisonirendenInfanterie-Brigade, geistliches und weltlichesRegiment dicht bei einander.

Mitten im Riesenquadrate der piazzafällt eine eigenartige Anlage auf: einkreisrunder Ulmenhain mit schattigenGängen und marmornen Bänken. Ringsherumzieht sich ein Wassergraben, vonbarock verzierten Brücken überschrittenund umgeben von einer Doppelreihesteinerner Statuen. Es sind die Standbilder»berühmter« Männer, die inPadua gewirkt haben. Diese illustreGesellschaft, die aus etwa 80 Herren besteht,ist stark gemischt. Neben Tasso,Galilei und Petrarca findet sich auchein in den weitesten Kreisen unbekannterHeerführer Nursatus, der wie einLieutenantsgigerl des 16. Jahrhundertsaussieht, und ein nicht minder obscurerProfessor Nonnio, der der Inschrift nachein verdienstvoller Philologe und dieLeuchte eines Paduaner Gymnasii gewesenist. Das Ganze macht mit seinemembarras de richesse an Monumentalfigureneinen überraschenden, aber ziemlichgeschmacklosen Eindruck. Das hindert freilich[12]die Paduaner Blousenflaneure nicht,hier im Schatten von Kunst und Wissenschaftihre tägliche Siesta zu halten.Gegen Abend wird es dann auf dem Platzelebendig von eleganterem Treiben. Diefine fleur von Padua giebt sich hierRendez-Vous zum Wagen-Corso.

Die wohl unterhaltene, kreisförmigeCorsobahn dient auch für die Rennen.Zwei mächtige Tribünen umsäumen denSchauplatz in seiner ganzen Rundung.Der äußere Bau ist für die Glücklichenbestimmt, die sich einen Sitzplatz leistenkönnen, der innere erwartet die zahllosenStehplatzgäste, die nicht mehr als einePallanka (Dialektausdruck für das10 Centesimi-Stück) an ihr Lieblingsvergnügenzu wenden haben. Heute istdas riesige Holztheater ausverkauft. Nachsachverständiger Schätzung sind es über30000 Menschen, die ungeduldig desBeginnes harren, der auf 6 Uhr festgesetztist. Es ist noch nicht 7 Uhr –für italienische Begriffe also sehr pünktlich– als die Richter in ihre Logentreten, die wegen der Kreisgestalt derBahn zahlreich angebracht sind.

[13]

Plötzlich ein Kanonenschuß. AllgemeinesAh und Bravo. Ohne artilleristische Mitwirkunggeht es nun einmal nicht beiitalienischen Volksfesten. Aber auch dieandern Truppengattungen wollen nichtzurückstehen. Infanterie hält die Ordnungaufrecht, und jetzt erscheint ein ZugHusaren in ihrer kleidsamen dunklenUniform. Sie reiten »Trab! abgekürztesTempo« mit aufgesetztem Säbel undhalten famose Richtung. Dafür lohnt sieseitens des Publicums wohlwollenderApplaus.

Nach dieser militärischen Abnahmeder Bahn knallt es nochmals auseinigen Kanonenschlünden. Nun richtensich Aller Augen auf ein hohesGerüst, das in einem Platzwinkel errichtetist. Durch die geschlossenen Holzgitterdes thorartigen Baues kann mandie kampfbereit haltenden Gespanne erblicken.

Die Bighen präsentirten sich alszweirädrige, niedrige Karren mit hohembemalten Vorderbord und offener Rückseite,den altrömischen Rennwagen nachgebildet.Um den antikisirenden Eindruck[14]zu vervollständigen, erscheinen die Wagenlenker– Pferdebesitzer aus dem Mittelstande– in klassischer Tracht, umgürtetmit der kurzen Tunica, einbuntes Band um die Stirn geschlungen.Zwei Pferde, deren Alltagsmuth durchSpirituosen reichlich angefeuert wird,bilden die Bespannung. Die Wagen,von denen zwölf gemeldet waren, concurrirenzunächst in vier Abtheilungen.Die Sieger der Einzelrennen werdensich dann zum Entscheidungskampfe vereinigen.

Ein dritter Kanonenschlag durchzittertdie Luft. Mit einem Rucköffnen sich Flügelthüren des Startgerüstes,und die trunkenen Pferde,befeuert durch Geißelhiebe, stürzen inrasendem Tempo hervor. Gleich beidiesem Auslaufe fällt zumeist die Entscheidung.Wer zuerst die Innenseiteder Bahncurve erreicht, ist gewöhnlichauch der schließliche Sieger, denn dieunpraktische, kreisförmige Anlage derRennpiste erschwert den nachfolgendenLäufern das Ueberholen des Vordermanns.Darum wird von Anbeginn[15]wie toll gefahren, und da die Karrenschwerfällig, die Rosse von Wein undSchlägen wüthend sind, so ereignen sichgar nicht selten Carambolagen, beidenen ganz empfindliche Katastrophenentstehen können.

Sobald die Bighen zur Tribünenhöhekommen, erfährt der Anfangs entschiedenmalerische Eindruck eine starkeAbschwächung. Die schnurrbärtigen Gesichterder Rosselenker nehmen sich garseltsam aus zu der altrömischen Gewandung,und dann tragen die Herrenzweifelhaft weiße Tricots um die wenigoder gar nicht klassisch geformten Glieder,so daß die Braven nicht wie antikeKämpfer, vielmehr wie moderne Jahrmarkts-Clownsausschauen. Groteskwird der Anblick gar, als die Karrenvorbeigesaust sind und nun ihre offeneRückseite zeigen. In den Tuniken deraufrecht stehenden Peitschenschwingerfängt sich der Wind und wirbelt dasleichte Gewebe in die Höhe, so daß diefür die breitere Oeffentlichkeit nicht bestimmtenIntimitäten der Unterkleiderzum Vorschein kommen. Die auf den[16]Tribünen zahlreich anwesenden Vertreterinnendes zarten Geschlechts nehmenan diesen »Enthüllungen« keinen Anstoß.Vielleicht hindert auch der auf denmeisten Gesichtern fingerdick aufgetragenePuder das Constatiren eines schicklichenErröthens.

Die zuschauende Volksmenge ist vollaufmit Johlen und Schreien beschäftigt.Der Fahrer der zuerst vorbeifliegendenBighe wird bejubelt. Einekleine Partei hält noch zu Nummer 2und versucht, sie durch rasende Zurufeanzufeuern. Der dritte, der mit weitemAbstande daherkommt, wird regelrechtausgepfiffen. Man glaubt gar nicht,welch intensiven Höllenlärm die Italienerohne alle Instrumente zu Stande bringenkönnen.

Nun ist das erste Rennen vorüber.Sieger ist ein Herr mit dem nicht übelklingenden Namen Dante. Dazu stammter aus Siena, wo man das reinsteItalienisch spricht. Eine alte englischeVollblutstute, die durch Zufall in seinenBesitz gelangte, hat ihm den Erfolg verschafft,indem sie sammt ihrem Deichselgenossen[17]allen Concurrenten davonlief.Die übrigen Rennen bringen keine neuenMomente. Nur die Personen und Pferdewechseln.

Die Pausen werden durch dasVolk selbst ausgefüllt, das sich in fortwährenderAction befindet. Zumeistdienen als Zielscheibe die beiden Stadtbüttel,die zu Rosse den Verkehr zwischenden Richterlogen vermitteln. Man hatsie in schreiend rothe Postillonsuniformengesteckt und auf elende Leihklepper gesetzt,die mit Scheuklappen geschmückt sind.Sobald sich diese Ritter von der traurigenGestalt in Bewegung setzen, giebt es eineninfernalischen Radau. In allen Tonartenwird getrampelt, gepfiffen, gebrüllt.Die Veranstalter des hübschen Concertsleben der »stillen« Hoffnung, die altenRosinanten könnten doch vielleicht scheuwerden und ihre rothbefrackten Bändigerabwerfen. Polizei und Militär ist genugzur Stelle. Aber Niemand hindert daswahrhaft ohrenzerreißende Toben. Dasist hier landesüblich und gehört zurGemüthlichkeit. Im Uebrigen spottenauch die guten Rößlein ihrer fanatischen[18]Verfolger und tragen geduldig undohrenwackelnd ihre geängstigten Reitervon Loge zu Loge.

Der letzte, der Entscheidungs-Laufder Bighen, wird wieder durch eine ausgiebigeKanonade und mit Husarenumritteröffnet. Auch hier bleibt dasGlück dem endgiltig obsiegenden Dantegetreu. Der kugelrunde Herr wirdsammt seiner Bighe im Triumphaufzugezu den Preisrichtern geleitet, um einenGeldpreis einzukassiren, den er sicherlichdem schönsten, antiken Lorbeerreise vorzieht.Das Volk bereitet dem Siegerim Streite große Ovationen, die mitherablassendem Dankesnicken entgegengenommenwerden. Da ist jeder Zollein Triumphator! Selbstzufriedener istganz bestimmt auch der »große« Dantenicht gewesen, als er die »divinacommedia« beendet hatte.

Langsam beginnen sich die Massenzu zerstreuen, die Osterien und Trattorienanfüllend, um einigen Legionen strohumflochtenerChianti-Flaschen die schlankenHälse zu brechen. Aber noch ist nichtAlles beendet unter den Ulmenbäumen[19]des Mittelringes. Drohend geschwungeneArme werden sichtbar, Schmerzensschreieertönen. Mein italienischer Begleiterhatte mir versichert, daß seine Landsleutebei Volksfesten zwar gehörigenLärm machten, sonst aber musterhafteOrdnung hielten. Nun versuchte ich ihnmit dem offenbar soeben inscenirtenKrawall zu widerlegen. Statt aller Antwortführte mich der kundige Paduanerschmunzelnd zu dem Schauplatz der Ereignisse.Da liegen im Grase des pratolang hingestreckt zahlreiche Leute undlassen sich ohne Widerstand nach allenRegeln der Kunst durchwalken. Die Erklärungdieses Phänomens läßt nicht aufsich warten. Man wettet nämlich inPadua bei den Bighe-Rennen umPrügel, deren Zahl je nach den Chancendes Sieges variirt. Der tapfere Danteschien nicht Favorit gewesen zu sein,denn der lebendige Totalisator zahlteziemlich hohe Odds. Von Buchmachern,die eine Tantieme an der Auszahlungbeanspruchten, war weit und breit Nichtszu sehen.

Wie wäre es, wenn man diesen[20]originellen und wenig kostspieligen Wettbetriebauch bei uns einführte? Ichglaube, die nicht selten auftretendenKlagen über die zu große Wettlust dersportsfreudigen Kreise würden mit einemSchlage verstummen.


[21]

In den Euganeeischen Hügeln.

Topographie der Euganeen. – Die kleinenBettler. – Petrarca's Katze. – Der MonteRua und sein Kloster. – Der Landsmann ausKattowitz. – Bataglia, das Schwefelbad. –Eine »Rigoletto«-Aufführung.

Wenige Wegstunden von Padua,der uralten Stadt des heidnischen Antenorund des heiligen Antonius, wölbt sichaus der Ebene ein Bergcomplex hervor,von zahlreichen, dicht bewaldeten Höhengebildet. Die Italiener nennen diese,von stattlichen Erhebungen gekrönte Kettebescheiden genug die Euganeeischen Hügel.Ob die so benannte Gebirgslandschaftdie letzten Ausläufer der Tiroler Alpenoder die ersten Vorläufer der Apenninendarstellt, das zu entscheiden, bin ich nichtGeologe genug. Aber daß die Euganeenaus Trachytfelsen bestehen, weiß Jeder,der nach der Herkunft der eigenthümlichen[22]Pflasterquadern von Venedig und Paduagefragt hat. Die erste Annäherung lehrt,daß diese Berge vulkanischer Natur sind.Wo ein kleiner Wasserlauf sich windet,an jedem Feldrain, steigen heiße Dämpfeauf. Alle diese Bächlein rinnen ausSchwefelquellen von 70gradiger Temperatur.Die anwohnenden Bäuerinnenhaben es bequem, wenn sie braten wollen.Das Koch- und Brühwasser fließt ihnenvor der Thür vorüber. Seit altersgrauenTagen sind die Heilquellen von Abbanound Battaglia, den Hauptorten desHügellandes, als Badestätten benutztworden. In den Römerzeiten standenberühmte Thermen in den Euganeen,und heute haben sich die beiden genanntenPlätze zu eleganten Bädern ausgewachsen,die gegen Lähmungen, Gicht, Katarrheund Frauenkrankheiten Wunder wirken.

So malerisch liegen die von blauemHöhenschimmer umgebenen Kuppen zurSchau, so lockend winken sie nach Paduaherüber, daß man nicht allzu lange zögernmag, ihnen einen Besuch abzustatten.Außerdem habe ich einen lieben Gefährtenzur Seite, der als authentischer Besteiger[23]des Aetna und des Groß-Glockner keineBodenerhebung in der Nähe wissen kann,ohne den Beruf in sich zu spüren, sie vonoben zu betrachten. Also klettern wireines Tages in einen hochrädrigen Kutschirwagen,verlassen Padua durch die alterthümlicheporta di Ponte Corbo undeilen an den trüben Fluthen des Bachiglioneentlang gen Süden.

Eine Fahrt durch die oberitalienischeCampagna gleicht der Fahrt durch einenendlosen Park. Die Fruchtbarkeit desLandes, in dem hauptsächlich Mais undWein gedeiht, ist eine überaus glückliche.Der gartenmäßige Eindruck der Landschaftwird durch die Gewohnheit derBauern vermehrt, ihre Felder mit Zierbäumeneinzufassen, und diese durch dichteKettenranken zu verbinden. In all' demGrün tauchen verfallene Schlösser auf,die einstigen Landsitze der venetianischenNobili, dazwischen zerstreut die zahlreichenBauernhöfe mit stattlichen Hallen- undBacksteinbauten. Bei näherer Besichtigungverliert freilich solch eine bäuerischecasa Vieles von ihrem wohlhabendemAußenwesen. Die Bauern des Veneto[24]mögen tüchtige Landwirthe sein, aber dieSchmutzabfuhr scheinen sie nicht zu kennen,und so machen die Höfe einen nichtsweniger als appetitlichen Eindruck. Auchdie Menschen der verschiedenen Altersstufenhaben von dieser allgemeinenSchmutzkruste ihr Theil weg bekommen.Insbesondere die Kinder, unter denenblonde Haare und blaue Augen garkeine Ausnahme sind, lassen sich, wennsie mit den niedlichen schwarzen Ferkelnim Sande tollen, sehr schwer von ihrenSpielgefährten unterscheiden.

Das Erscheinen eines mit Fremdenbesetzten Wagens ist für die kleinen Gewohnheitsbettlerdas Signal, ihre sämmtlichenKünste zu erproben. Zuerst versuchensie es mit der Sentimentalitätund stöhnen in so herzzerbrechender Weisenach caritá, daß man sie dem Hungertodenahe glauben würde, sähen sie nichtgar so wohl genährt aus. Als dieseTrauermimik offenbar ihren Zweck verfehlt,ändert sich flugs das Bild. Eswird ein kleiner Wettlauf neben demWagen arrangirt, die Augen blitzen, dieZähne leuchten. Dann geht's an's Räderschlagen,[25]daß die dürftige Bekleidung, dasaus mehreren Löchern bestehende Hemde,in den Lüften fliegt und die braunenKörper in der Sonne glänzen. Dazwischentönt unablässig der Ruf nach einem»soldino«. Vor Angst, die unermüdlichenJöhren könnten sich die Schwindsucht anden Hals laufen oder einige Gelenkebrechen, spendet man schließlich die ersehntenKupferstücke. Sofort ist derSchwarm wie weggeblasen. Aber amStraßenrand hocken die kleinen

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