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Deutsche Romantik_ Eine Skizze

Deutsche Romantik_ Eine Skizze
Category: Romanticism / Germany
Title: Deutsche Romantik_ Eine Skizze
Release Date: 2019-02-01
Type book: Text
Copyright Status: Public domain in the USA.
Date added: 27 March 2019
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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1908 erschienenenBuchausgabe so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben.Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnlicheund altertümliche Schreibweisen bleiben gegenüber dem Originalunverändert; fremdsprachliche Zitate wurden nicht korrigiert.

Das vollständige Verzeichnis der Reihe „Aus Natur undGeisteswelt“, auf welches zu Beginn des Bandes hingewisen wird, kannals eigenständiger Katalog auf Projekt Gutenberg eingesehen werden:http://www.gutenberg.org/ebooks/53614https://www.gutenberg.org/ebooks/53614. Am Ende des vorliegenden Buchesfinden sich lediglich diejenigen Anzeigen, die ausschließlich in diesemBand abgedruckt wurden.

Passagen in Antiquaschrift werdenim vorliegenden Text kursiv dargestellt. Abhängig vonder im jeweiligen Lesegerät installierten Schriftart können die im Originalgesperrt gedruckten Passagen gesperrt, inserifenloser Schrift, oder aber sowohl serifenlos als auch gesperrterscheinen.

Original-Buchumschlag.

Ein vollständiges Verzeichnis der Sammlung „Aus Natur und Geisteswelt“befindet sich am Schluß dieses Bandes.

Die Sammlung

„Aus Natur und Geisteswelt“

die nunmehr auf ein mehr denn zehnjähriges Bestehen zurückblickendarf und jetzt 240 Bände umfaßt, von denen 60 bereits in zweiter bisvierter Auflage vorliegen, verdankt ihr Entstehen dem Wunsche, ander Erfüllung einer bedeutsamen sozialen Aufgabe mitzuwirken. Siesoll an ihrem Teil der unserer Kultur aus der Scheidung in Kastendrohender Gefahr begegnen helfen, soll dem Gelehrten es ermöglichen,sich an weitere Kreise zu wenden, dem materiell arbeitenden MenschenGelegenheit bieten, mit den geistigen Errungenschaften in Fühlung zubleiben. Der Gefahr, der Halbbildung zu dienen, begegnet sie, indem sienicht in der Vorführung einer Fülle von Lehrstoff und Lehrsätzen oderetwa gar unerwiesenen Hypothesen ihre Aufgabe sucht, sondern darin, demLeser Verständnis dafür zu vermitteln, wie die moderne Wissenschaft eserreicht hat, über wichtige Fragen von allgemeinstem Interesse Lichtzu verbreiten. So lehrt sie nicht nur die zurzeit auf jene Fragenerzielten Antworten kennen, sondern zugleich durch Begreifen der zurLösung verwandten Methoden ein selbständiges Urteil gewinnen über denGrad der Zuverlässigkeit jener Antworten.

Es ist gewiß durchaus unmöglich und unnötig, daß alle Welt sichmit geschichtlichen, naturwissenschaftlichen und philosophischenStudien befasse. Es kommt nur darauf an, daß jeder Mensch an einemPunkte sich über den engen Kreis, in den ihn heute meist der Berufeinschließt, erhebt, an einem Punkte die Freiheit und Selbständigkeitdes geistigen Lebens gewinnt. In diesem Sinne bieten die einzelnen, insich abgeschlossenen Schriften gerade dem „Laien“ auf dem betreffendenGebiete in voller Anschaulichkeit und lebendiger Frische einegedrängte, aber anregende Übersicht.

Freilich kann diese gute und allein berechtigte Art der Popularisierungder Wissenschaft nur von den ersten Kräften geleistet werden; in denDienst der mit der Sammlung verfolgten Aufgaben haben sich denn aberauch in dankenswertester Weise von Anfang an die besten Namen gestellt,und die Sammlung hat sich dieser Teilnahme dauernd zu erfreuen gehabt.

So wollen die schmucken, gehaltvollen Bände die Freude am Buchewecken, sie wollen daran gewöhnen, einen kleinen Betrag, den man fürErfüllung körperlicher Bedürfnisse nicht anzusehen pflegt, auch für dieBefriedigung geistiger anzuwenden. Durch den billigen Preis ermöglichensie tatsächlich jedem, auch dem wenig Begüterten, sich eine kleineBibliothek zu schaffen, die das für ihn Wertvollste „Aus Natur undGeisteswelt“ vereinigt.

Leipzig, 1908.

B. G. Teubner.


Aus Natur und Geisteswelt

Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen

232. Bändchen

Deutsche Romantik

Eine Skizze

von

Dr. Oskar F. Walzel

ord. Professor der deutschen Sprache und Literatur
an der Königl. Technischen Hochschule zu Dresden

Druck und Verlag von B. G. Teubner in Leipzig 1908

Alle Rechte, einschließlich desÜbersetzungsrechts, vorbehalten.

Albert Köster
zugeeignet


[S. v]

Vorwort.

Der Aufforderung, für die Sammlung „Aus Natur- und Geisteswelt“ eineknappe Darstellung der deutschen Romantik zu liefern, sucht derfolgende Versuch nach Kräften nachzukommen. In den vorgeschriebenenengen Grenzen konnte der ganze Reichtum romantischen Denkens undDichtens nicht zur Erscheinung gelangen. Die Forschung ist aufdiesem Gebiete im Augenblicke so eifrig tätig, daß Gegensätzewissenschaftlicher Betrachtung sich mannigfach ergeben haben.Den Standpunkt, den der Verfasser einnimmt, zu begründen, mußtemanches ausführlicher auseinandergesetzt werden, als es für dieÖkonomie des Büchleins gut war. Dem Zuge der Zeit entspricht es,daß das Bild der Romantik hier mehr nach der gedanklichen als nachder künstlerisch-schöpferischen Seite ausgeführt, mehr von dentheoretischen Anschauungen der Frühromantik als von den dichterischenLeistungen der jüngeren Romantiker gesagt worden ist, so dankbardas umgekehrte Vorgehen gerade bei einer Auseinandersetzung wäre,die sich an weitere Kreise wendet. Doch dürfte auf dem Felde derErforschung der Romantik das Problem des Augenblicks zunächst inder Aufgabe liegen, die Verbindungslinien zu ziehen, die von denersten Anfängen bis in die letzten Ausläufer sich erstrecken.Die vertiefte Betrachtung der Frühromantik, die in den jüngstenJahrzehnten uns geschenkt worden ist, hat der älteren romantischenGeneration eine ganz neue Würdigung angedeihen und sie beträchtlichwertvoller erscheinen lassen, als bis vor kurzem angenommen wordenwar. Zugleich schien die Kluft, die zwischen ihr und den jüngerenGenossen besteht, ins Unübersehbare zu wachsen. Heute liegt die Gefahrnahe, daß der Begriff Romantik überhaupt in nichts zerfalle und daßkünftig nur noch von zusammenhanglosen Vertretern des deutschenGeisteslebens und der deutschen Kunst in dem Zeitalter von 1795 bis1830 gesprochen werde. Daß in solcher Spaltung und Trennung einzweckloses Zerstörungswerk geleistet würde, ist die Überzeugung desVerfassers. Wie er selber es ansieht, das sucht[S. vi] er hier wenigstensandeutend zu zeigen. Der Versuch, die Hauptzüge frühromantischerLebens- und Kunstanschauung zu zeichnen, nimmt den größten Teil derAusführungen ein; aber er soll doch auch nur zu einer Grundlage fürdie Erörterung des Problems dienen, wie aus dem reichen Ideenschatzeder Frühromantik die künstlerischen Formungen der jüngeren Romantikerwachsen. Was romantische Dichtung aus eigener Kraft und ohne dieMithilfe der Theorie geschaffen hat, kommt dabei hoffentlich nichtzu kurz. Der Gedanke, auf dem die ganze Darstellung ruht, ist voneinem anderen Gesichtspunkte aus erwogen in dem Aufsatz „Goethe unddas Problem der faustischen Natur“ (Internationale Wochenschrift 1908Nr. 35). Entwickelungslinien zu zeichnen, wurde durchaus versucht.Welche Bedeutung dem einzelnen Menschen und dem einzelnen Kunstwerkim Zusammenhang der ganzen Romantik und damit im Zusammenhange desGanges deutscher Kunst und Kultur zukomme, das festzustellen erschieninnerhalb der vorgezeichneten Aufgabe als das lockendste Ziel.

Die reiche neuere Literatur über das Gebiet ist dankbar verwertetworden, auch wenn sie nicht überall ausdrücklich angeführt ist. DerKenner wird leicht herausfinden, wo Nachweise anderer benützt, woeigene neue Anschauungen des Verfassers vorgetragen sind.

Kein Literarhistoriker, der ernst genommen sein will, wird ohne guteund starke Gründe die Wege verlassen, die Wilhelm Diltheys„Leben Schleiermachers“ (Berlin 1870) und Rudolf Hayms„Romantische Schule“ (ebenda 1870) vorgezeichnet haben. Daß neuereFingerzeige zu einer Erfassung der Romantik, die zunächst über Haymhinausgeht, nicht unbeachtet geblieben sind, ist selbstverständlich.Ricarda Huchs Bücher „Die Blütezeit der Romantik“ und„Ausbreitung und Verfall der Romantik“ (Leipzig 1899–1902) habender Forschung einen starken und glücklichen Anstoß gegeben. KarlJoëls Buch „Nietzsche und die Romantik“ (Jena und Leipzig 1905)und Marie Joachimis „Weltanschauung der Romantik“ (ebenda1905) bieten, von ganz verschiedenen Voraussetzungen ausgehend undmit völlig gegensätzlicher Methode arbeitend, eine Fülle neuerGesichtspunkte. Ein Torso ist Erwin Kirchers „Philosophie derRomantik“ (ebenda 1906) geblieben; mindestens aber durfte der Nachlaßdes Frühverblichenen nicht in einer Form herausgegeben werden, dieden Unvorbereiteten[S. vii] irreführt, der unvollständiges Exzerpt undselbständige Betrachtung Kirchers nicht zu scheiden weiß. Von neuerenEinzeluntersuchungen boten besondere Anregung die Arbeiten von E.Spenlé „Novalis“ (Paris 1904), W. Olshausen „Friedrichvon Hardenbergs (Novalis) Beziehungen zur Naturwissenschaft seinerZeit“ (Leipziger Dissertation 1905), H. Simon „Der magischeIdealismus. Studien zur Philosophie des Novalis“ (Heidelberg 1906),ferner J. RougeFrédéric Schlegel et la genèse du romantismeallemand (1791–1797)“ (Paris 1904) und „Erläuterungen zu FriedrichSchlegels Lucinde“ (Halle 1905) und M. Joachimi-Dege „DeutscheShakespeareprobleme“ (Leipzig 1907). Endlich hat Karl Lamprechtim 10. Bande seiner „Deutschen Geschichte“ (Berlin 1907) dem Verfassermanche gern verwertete Belehrung geschenkt.

Um das Nachprüfen zu erleichtern, sind die Zitate aus den Schriftender Romantiker genau belegt. Benutzt wurden neben den ersten Textendie alten Gesamtausgaben der Werke Wilhelm Schlegels (Böcking),Friedrich Schlegels (erste Gesamtausgabe), Tiecks, Brentanos,Fouqués, Fichtes, Schellings, die neueren wissenschaftlichenEditionen von Novalis (Minor) und Kleist (Minde-Pouet, Erich Schmidtund Reinhold Steig), dann Minors Ausgaben der Berliner VorlesungenWilhelm Schlegels, der Jugendschriften Friedrich Schlegels und derSchriften Tiecks und Wackenroders (Deutsche Nationalliteratur Bd.145) und meine Auswahl aus den Schriften der Schlegel (ebenda Bd.143). Nähere Nachweise über diese Literatur finden sich in Goedekes„Grundriß“ (Bd. 6 der 2. Auflage) und in R. M. Meyers „Grundriß derneuen deutschen Literaturgeschichte“ (2. Auflage). An beiden Stellensind auch die größeren Briefsammlungen aus romantischer Zeit leichtzu erkunden: Jonas und Dilthey (Schleiermacher), Waitz (Caroline),Plitt (Schelling), Raich (Novalis und Dorothea), Walzel (Friedrich undWilhelm Schlegel), Steig (Arnim).

Dankbar sei hier noch der wertvollen Beihilfe gedacht, die bei derKorrektur Frau Dr. Marie Joachimi-Dege dem Verfasser hatzuteil werden lassen.

Oskar F. Walzel.

[S. viii]

Inhaltsverzeichnis.

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Vorbemerkungen
1. Gegensatz zum Sturm und Drang. Jacobi und die Romantik
2. Herder und die Romantik. Der Organismusgedanke
3. Romantische Grundbegriffe: Proteisches, Magie, Sehnsucht nach dem Absoluten
I. Die erste und zweite Stufe der romantischen Theorie
1. Friedrich Schlegels klassizistische Anfänge
2. Friedrich Schlegels Bekenntnis zum Romantischen. Romantische Poesie, romantische Ironie, Transzendentalpoesie
II. Die dritte Stufe der romantischen Theorie
1. Schleiermachers Anstoß
2. Schelling und die Romantiker