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Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie

Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie
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Title: Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie
Release Date: 2017-08-30
Type book: Text
Copyright Status: Public domain in the USA.
Date added: 27 March 2019
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The Project Gutenberg eBook, Die organische Chemie in ihrer Anwendung aufPhysiologie und Pathologie, by Justus, Freiherr von Liebig

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Title: Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie

Author: Justus, Freiherr von Liebig

Release Date: August 30, 2017 [eBook #55462]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE ORGANISCHE CHEMIE IN IHRER ANWENDUNG AUF PHYSIOLOGIE UND PATHOLOGIE***

 

E-text prepared by Peter Becker, Harry Lam,
and the Online Distributed Proofreading Team
(http://www.pgdp.net)
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(https://archive.org)

 

Note: Images of the original pages are available through Internet Archive. See https://archive.org/details/dieorganischeche1842lieb

 

Anmerkungen zur Transkription befinden sich am Ende dieses Textes.

 


 

 

 

 

Umschlag

Die
organische Chemie
in
ihrer Anwendung
auf
Physiologie und Pathologie.


Druck und Papier
von Fr. Vieweg und Sohn
in Braunschweig

Die
organische Chemie
in
ihrer Anwendung
auf
Physiologie und Pathologie.


Von
Justus Liebig,

Dr. der Medizin und Philosophie,Professor der Chemie an der Ludwigs-Universität zu Gießen,Ritter des Großherzogl. Hessischen Ludwigsordens und des Kaiserl. Russischen St. Annenordens 3ter Klasse,auswärtiges Mitglied der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Stockholm, derRoyal Society zu London,Ehrenmitglied der British association for the advancement of Science, Ehrenmitglied der KöniglichenAkademie zu Dublin, correspondirendes Mitglied der Königlichen Akademieen der Wissenschaftenzu Berlin, München und St. Petersburg, des Königlichen Institutes zu Amsterdam,der Königlichen Societät der Wissenschaften zu Göttingen, dernaturforschenden Gesellschaft zu Heidelberg &c. &c. &c.


Braunschweig,
Verlag von Friedrich Vieweg und Sohn.
1842.


[VII]

Vorwort.

Durch die Uebertragung der Methoden, welche die Physikerseit Jahrhunderten in der Ermittelung der Ursachen derNaturerscheinungen befolgen, auf die Chemie, durch Beachtungvon Maß und Gewicht, ist von Lavoisier der Grundsteineiner neuen Wissenschaft gelegt worden, welche durchdie Pflege ausgezeichneter Männer in außerordentlich kurzerZeit einen hohen Grad von Vollendung erhalten hat.

Es war die Aufsuchung und das Festhalten aller Bedingungen,die sich zu einer Beobachtung vereinigen müssen, eswar die Erkenntniß der richtigeren Grundsätze zu Forschungen,welche die Chemiker vor Irrthümern schützten und sieauf einem ebenso einfachen als sicheren Wege zu Entdeckungenführten, welche in die früher dunkelsten und unbegreiflichstenNaturerscheinungen Licht und Klarheit brachten.

Die nützlichsten Anwendungen auf Künste und Industrieund alle der Chemie verwandten Zweige des Wissens, ergabensich aus den von ihnen erforschten Gesetzen und dieserEinfluß zeigte sich nicht erst, nachdem die Chemie den erreichbarenGrad von Vollendung erhalten hatte, sondern er machtesich mit jeder einzelnen neuen Erfahrung geltend.

[VIII]

Alle in den anderen Fächern bereits vorhandenen Erfahrungenund Beobachtungen wirkten in ganz gleicher Weisefördernd, auf die Ausbildung und Entwicklung der Chemiezurück, so daß sie eben so viel von der Metallurgie und Industrieempfing, als sie gegeben hatte; indem sie zusammenan Reichthum zunahmen, bildeten sie sich mit und nebeneinander aus.

Nach der allmäligen Vervollkommnung der Mineralchemiewandten sich die Arbeiten der Chemiker einer andern Richtungzu; aus der Untersuchung der Bestandtheile der Pflanzenund Thiere sind neue und veränderte Ansichten hervorgegangen;das vorliegende Werk ist ein Versuch zu ihrerAnwendung in der Physiologie und Pathologie.

In früheren Zeiten hat man, in vielen Fällen mit großemErfolg, die aus der Bekanntschaft mit den chemischenErfahrungen erworbenen Ansichten auf die Zwecke der Heilwissenschaftanzuwenden versucht; ja, die großen Aerzte,welche zu Ende des siebenzehnten Jahrhunderts lebten, warendie ausschließlichen Kenner und Begründer der Chemie; dasphlogistische System der Chemie, mit allen seinen Unvollkommenheiten,erschien als die Morgenröthe eines neuen Tages,es war der Sieg der Philosophie über die roheste Experimentirkunst.

Die neuere Chemie hat mit allen ihren Entdeckungen derPhysiologie und Pathologie nur unbedeutende Dienste geleistet,und Niemand kann sich über die Ursache dieser Theilnahmlosigkeittäuschen, wer in Erwägung zieht, daß alle in[IX]dem Gebiete der anorganischen Chemie erworbenen Erfahrungen,die Kenntniß des Verhaltens der einfachen Körperund ihrer in Laboratorien darstellbaren Verbindungen mitdem lebendigen Thierkörper und dem Verhalten seiner Bestandtheilein keine Art von Beziehung gebracht werdenkonnten.

Die Physiologie nahm keinen Theil an den Fortschrittender Chemie, weil sie lange Zeit hindurch, zu ihrer eigenenFörderung, nichts von dieser Wissenschaft zu empfangen hatte.Dieser Zustand hat sich seit fünfundzwanzig Jahren geändert;allein auch in der Physiologie sind in dieser Zeit neue Wegeund Mittel zu Forschungen in ihrem eigenen Gebiete gewonnenworden, und erst mit der Erschöpfung dieser Quellenvon Entdeckungen ließ sich einer neuen Richtung in denArbeiten der Physiologen entgegensehen. Auch diese Zeitliegt uns nahe, und ein Weiterschreiten auf dem eingeschlagenenWege würde jetzt das Gebiet der Physiologie,aus dem sich sehr bald fühlbar machenden Mangel an frischenAnhaltspunkten zu Forschungen, nur breiter, aber wedertiefer noch gründlicher machen.

Niemand wird den Muth haben zu behaupten, daß dieErmittelung der Formen und der Bewegungserscheinungennicht nothwendig oder nützlich wäre, sie muß im Gegentheilals durchaus unentbehrlich zur Erkenntniß der Lebensprocesseangesehen werden; allein sie umfaßt nur eine einzige Klassevon Bedingungen zur Erkenntniß, und diese reichen für sichallein nicht dazu hin.

[X]

Die Erforschung der Zwecke und Functionen der einzelnenOrgane und ihres gegenseitigen Verbandes im Thierkörper,war in früherer Zeit der Hauptgegenstand der physiologischenUntersuchungen; er ist in der neuern Zeit in denHintergrund getreten. Die größte Masse aller neueren Entdeckungenhat die vergleichende Anatomie weit mehr als diePhysiologie bereichert.

Für die Erkennung der ungleichen Formen und Zuständeim gesunden und kranken Organismus geben diese Arbeitenohne Zweifel die werthvollsten Resultate, allein für eine tiefereEinsicht in das Wesen der vitalen Acte bieten sie keineAufschlüsse dar.

Durch die genaueste, anatomische Kenntniß der Gebildekann man zuletzt nicht erfahren, zu welchem Zwecke sie dienen,und mit der mikroskopischen Untersuchung der feinstenVerzweigungen der Gefäßnetze wird man nicht mehr von ihrenVerrichtungen wissen, als man über den Gesichtssinndurch das Zählen der Flächen auf dem Auge einer Stubenfliegeerfahren hat. Die schönste und erhabenste Aufgabe desmenschlichen Geistes, die Erforschung der Gesetze des Lebens,kann nicht gelös’t, sie kann nicht gedacht werden, ohne einegenaue Kenntniß der chemischen Kräfte, der Kräfte nämlich,die nicht in Entfernungen wirken, die in einer ähnlichen Weisezur Aeußerung gelangen, wie die letzten Ursachen, von welchendie Lebenserscheinungen bedingt werden, die sich überall thätigzeigen, wo sich differente Materien berühren.

Die Pathologie versucht noch heutzutage, wiewohl ganz[XI]nach dem Muster der phlogistischen Chemiker (der qualitativenMethode), Anwendung von chemischen Erfahrungen zurBeseitigung von Krankheitszuständen zu machen, allein denUrsachen und dem Wesen der Krankheit ist man mit allendiesen zahllosen Versuchen um keinen Schritt näher gekommen.

Ohne bestimmte Fragen zu stellen, hat man Blut, Harnund alle Bestandtheile des gesunden und kranken Organismusmit Alkalien und Säuren und allen Arten von chemischenReagentien in Berührung gebracht und aus der Kenntnißder vorgegangenen Aenderungen Rückschlüsse auf ihrVerhalten im Körper gemacht.

Auf diesem Wege konnte der Zufall vielleicht zu nützlichenHeilmitteln führen, allein eine rationelle Pathologie kannauf Reactionen nicht begründet, der lebendige Thierkörperkann nicht für ein chemisches Laboratorium angesehen werden.

Bei krankhaften Zuständen, in dessen Folge das Blut einedickflüssige Beschaffenheit erhält, kann diese nicht durch eine chemischeWirkung auf die in den Blutkanälen circulirende Flüssigkeitdauernd gehoben werden; die Abscheidung von Sedimentenim Harn läßt sich vielleicht durch Alkalien verhindern,ohne daß damit nur entfernt die Krankheitsursache beseitigtsein kann; und wenn man im Typhus unlösliche Ammoniaksalzein den Faeces und eine ähnliche Aenderung der Beschaffenheitder Blutkörperchen beobachtet, so wie sie durchAmmoniakflüssigkeit künstlich im Blute hervorgebracht werdenkann, so darf deshalb das im Körper vorhandene Ammoniak[XII]nicht als die Ursache, sondern stets nur als der Effect einerUrsache angesehen werden.

So hat die Medizin, nach dem Vorbilde der aristotelischenPhilosophie, sich Vorstellungen geschaffen über Ernährung undBlutbildung, man hat die Speisen classificirt in nahrhafte undnichtnahrhafte; aber auf Beobachtungen gestützt, denen diewesentlichsten Erfordernisse zu richtigen Schlüssen mangelten,konnten diese Theorien nicht als Ausdrücke der Wahrheit gelten.

In welcher Klarheit erscheinen uns jetzt die Beziehungender Speisen zu den Zwecken, zu welchen sie im Thierkörperdienen, seitdem die organische Chemie ihre quantitative Untersuchungsmethodeauf ihre Ermittelung in Anwendung brachte!

Wenn eine magere 4 Pfund wiegende Gans in 36 Tagen,während welchen sie mit 24 Pfund Welschkorn (Mays)gemästet worden ist, 5 Pfund über ihr ursprüngliches Gewichtzunimmt und man 312 Pfund reines Fett aus ihr gewinnt,so kann dieses Fett nicht fertig gebildet in der Nahrunggewesen sein, da diese noch nicht den tausendsten Theilan Fett oder fettähnlichen Materien enthält. Und wenn einegewisse Anzahl Bienen, deren Gewicht man genau kennt,mit reinem, wachsfreiem Honig gefüttert, für je 20 Theileverbrauchten Honigs einen Theil Wachs liefern, ohne daßsich sonst in ihrem Gesundheitszustande oder in ihrem Gewichteetwas ändert, so kann man über die Erzeugung vonFett in dem Thierkörper aus Zucker nicht im Zweifel sein.

Ganz ähnlich wie bei der Entscheidung der Frage überdie Fettbildung, verhält es sich mit der Erforschung des Ursprungs[XIII]und der Veränderung der Secrete und anderer Erscheinungenim Thierkörper. Von dem Augenblick, wo mananfängt die Antworten auf Fragen, mit Ernst und Gewissenhaftigkeitzu suchen, wo man sich die Mühe nimmt, durchMaß und Gewicht die Beobachtungen festzuhalten und in Gleichungenauszudrücken, ergeben sich die Antworten von selbst.

Durch eine noch so große Anzahl von Beobachtungen,welche nur die eine Seite der Frage erläutern, wird man niemalsim Stande sein, das Wesen einer Naturerscheinung inseiner ganzen Bedeutung zu erforschen; sie müssen nothwendig,wenn sie Nutzen schaffen sollen, nach einem ganz bestimmtenZweck und Ziel gerichtet sein, sie müssen einen organischenZusammenhang besitzen.

Mit Recht schreiben die Physiker und Chemiker ihrenForschungsmethoden den größten Theil des Erfolgs in ihrenArbeiten zu. Jede chemische oder physikalische Arbeit,welche einigermaßen den Stempel der Vollendung an sichträgt, läßt sich im Resultate in wenigen Worten wiedergeben.Allein diese wenigen Worte sind unvergängliche Wahrheiten,zu deren Auffindung zahllose Versuche und Fragenerforderlich waren; die Arbeiten selbst, die mühsamen Versucheund verwickelten Apparate fallen der Vergessenheit anheim,sobald die Wahrheit ermittelt ist; es sind die Leitern,die Schachte und Werkzeuge, welche nicht entbehrt werdenkonnten, um zu dem reichen Erzgang zu gelangen; es sinddie Stollen und Luftzüge, welche die Gruben von Wasserund bösen Wettern frei hielten.

[XIV]

Eine jede, auch die kleinste chemische oder physikalischeArbeit, wenn sie auf Beachtung Ansprüche macht, muß heutzutagediesen Character an sich tragen; aus einer gewissenAnzahl von Beobachtungen muß ein Schluß, gleichgültigob er viel oder wenig umfaßt, gezogen werden können.

Es kann nur in der Methode, nur in ihrer Untersuchungsweiseliegen, daß seit einem halben Jahrhundert in Beziehungauf eine tiefere Einsicht in die Functionen der wichtigstenOrgane, der Milz, der Leber und zahlreichen Drüsen, vonden Physiologen so wenig neue feststehende Wahrheiten gewonnenworden sind, und sicher wird die unvollkommene Bekanntschaftmit den Forschungsmethoden der Chemie dasHaupthinderniß bleiben, was den Fortschritten der Physiologieentgegensteht, der Hauptvorwurf, den sie nicht zu beseitigenvermag.

Die Chemie stand der Physik vor Lavoisier, Scheeleund Priestley nicht näher, als heutzutage der Physiologie;sie ist jetzt mit der Physik so innig verschmolzen,daß es schwer halten dürfte, zwischen beiden eine scharfeGrenzlinie zu ziehen; ganz dasselbe Band vereinigt die Chemiemit der Physiologie, und in einem halben Jahrhundert wirdman ihre Trennung für ebenso unmöglich halten.

Unsere Fragen und Versuche durchschneiden in unzähligenkrummen Linien die grade Linie, die zur Wahrheit führt,es sind die Kreuzungspunkte, die uns die wahre Richtungerkennen lassen; es liegt in der Unvollkommenheit des menschlichenGeistes, daß die krummen Linien gemacht werden[XV]müssen. Die Chemiker und Physiker behalten stets ihr Zielim Auge, dem einen gelingt es, streckenweise den geradenWeg zu verfolgen, allein alle sind auf die Umwege vorbereitet;des Erfolgs ihrer Anstrengungen bei Beharrlichkeitund Ausdauer gewiß, wächst die Begierde und ihr Muthmit den Schwierigkeiten.

Einzelne Beobachtungen ohne Zusammenhang sind aufeiner Ebene zerstreute Punkte, die uns nicht gestatten, einenbestimmten Weg zu wählen. In der Chemie hatte manJahrhunderte lang nichts als diese Punkte, deren Zwischenräumeauszufüllen Mittel genug in Anwendung kamen; alleinbleibende Entdeckungen, wahre Fortschritte wurden erst danngemacht, als man ihre Verknüpfung nicht mehr der Phantasieüberließ.

Ich habe den Zweck gehabt, die Kreuzungspunkte der Physiologieund Chemie in diesem Buche hervorzuheben und dieStellen anzudeuten, wo beide Wissenschaften gegenseitig ineinander greifen. Es enthält eine Sammlung von Aufgaben,so wie sie gegenwärtig von der

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Comments (2)
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Gita
Gita Added: 11 December 2019 08:36
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